Ast abspannen statt absägen: Der Fehler, der Bäume ruiniert
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Welche Triebe entfernt werden und welche bleib
Wann Abspannen die richtige Wahl ist Abspannen ist immer dann sinnvoll, wenn der Ast beim Fallen mehr Masse bewegt, als die Säge kontrollieren kann. Das betrifft Äste mit einem Durchmesser ab etwa zehn Zentimetern, besonders wenn sie waagerecht oder leicht nach oben zeigen. Auch bei Bäumen mit weichem Holz oder bei Astgabeln, Zipperquick.Com die unter Spannung stehen, ist das Abspannen Pflicht. Ein weiteres Kriterium: der Fallraum. Steht unter dem Ast ein Zaun, ein Gewächshaus oder eine Hecke, darf der Ast nicht unkontrolliert fallen.
Nach dem Schnitt bleiben idealerweise sechs bis acht kräftige, unterschiedlich alte Ruten stehen: ein bis zwei einjährige, zwei bis drei zweijährige und zwei bis drei ältere. Dieses Verhältnis sorgt dafür, dass der Strauch jedes Jahr neue Fruchtriebe bildet und trotzdem nicht auseinanderfällt. Ein stark überalterter Strauch lässt sich in zwei bis drei Jahren wieder aufbauen, indem man jährlich einen größeren Teil des Altbestandes entfernt. Wer den gesamten alten Bestand in einer Saison abschneidet, riskiert einen Rückschlag, weil der Strauch dann nur noch Blattwerk bildet und im folgenden Jahr kaum trägt. Nach dem Schnitt gehört der Strauch gemulcht oder gedüngt, damit die jungen Triebe kräftig austreiben können.
Wann der Austrieb schneidereif ist – und wann nic
Der häufigste Fehler ist der sogenannte Kapp-Schnitt: Der Ast wird in einem Zug von oben durchtrennt. Dabei klappt er nach unten, reißt einen langen Streifen Rinde aus dem Stamm und hinterlässt eine Wunde, die Jahre braucht, um zu verheilen. Ein zweiter typischer Fehler ist das Abspannen ohne Umlenkung. Wer das Seil direkt über eine Astgabel führt, erzeugt Reibung und kann die Rinde der Gabel beschädigen. Ein dritter Fehler: das Seil wird erst befestigt, wenn der Schnitt schon begonnen hat. Dann fehlt die Kontrolle in dem Moment, in dem der Ast zu kippen beginnt.
Ein Fruchtast wird nicht beliebig gekürzt, sondern immer auf eine nach außen zeigende Knospe oder auf einen jungen Seitentrieb, der die Funktion übernehmen kann. Der Schnitt erfolgt etwa einen halben Zentimeter über der Knospe, leicht schräg, damit Wasser abläuft. Bei Apfel und Birne kürzt man hängende, vergreiste Fruchtäste um ein Drittel bis die Hälfte ein, bei starkwüchsigen Sorten eher um ein Drittel. Süßkirschen und Pflaumen reagieren empfindlich auf Schnitt im Frühjahr; hier wird direkt nach der Ernte oder im Spätsommer gekürzt, sonst droht Gummifluss. Bei Steinobst niemals bis ins mehrjährige Holz zurückschneiden, wenn kein junger Trieb in Reichweite ist — sonst bleibt eine Lücke, die nicht mehr zuwächst.
Nach dem Abspannen bleibt der Stammansatz stehen. Dieser Stummel sollte nicht bündig abgesägt werden, sondern einige Zentimeter vor dem Stamm enden. Sonst entsteht eine große Wunde direkt am Stamm, die nur schwer überwallt. Der Stummel selbst wird später nachgeschnitten, wenn er eingetrocknet ist. Wer diese Reihenfolge einhält, reduziert das Risiko von Fäulnis und Pilzbefall erheblich. Abspannen ist keine Frage der Kraft, sondern der Reihenfolge.
Alte Ruten erkennen, junge Triebe stehen lassen Vor dem ersten Schnitt lohnt sich ein Rundgang um den Strauch. Alte Ruten erkennt man an der dunklen, graubraunen Rinde, die oft rissig ist, und an der geringen Verzweigung im oberen Bereich. Junge Triebe dagegen sind hell, nachhaltige Renovierung glatt und wachsen kräftig nach oben. Als Faustregel gilt: Von den ältesten Trieben werden pro Jahr zwei bis drei bodennah entfernt. Der Schnitt erfolgt möglichst tief, ohne einen Stummel stehen zu lassen, denn Stummel faulen leicht und bieten Pilzen und Schädlingen eine Angriffsfläche. Ein sauberer, schräger Schnitt knapp über dem Boden oder über einem kräftigen Seitentrieb heilt am besten ab.
Ein starker Ast über einem Weg, einer Terrasse oder einem Dach stellt ein Risiko dar. Die naheliegende Lösung ist der Schnitt. Doch nicht jeder Ast darf ohne Weiteres abgesägt werden, Http://Zipperquick.Com besonders wenn er groß ist, schwer austreibt oder in einer Hecke oder einem Formgehölz sitzt. In solchen Fällen ist das Abspannen die bessere Wahl. Abspannen bedeutet, den Ast mit einem Seil oder Gurt in eine gewünschte Richtung zu ziehen und dort zu fixieren, statt ihn zu entfernen. Der Baum behält seine Struktur, die Wunde fällt kleiner aus, und das Wachstum wird gelenkt.
Wer zu zaghaft schneidet, erkennt das meist daran, dass der Strauch von Jahr zu Jahr dichter wird und die Beeren kleiner bleiben. Ein zweiter häufiger Fehler ist der Schnitt in der Kronenmitte. Dort entstehen dann kurze, verkümmerte Triebe, die kaum Früchte tragen. Besser ist es, den Strauch von innen zu lichten, sodass Licht und Luft an die jungen Triebe gelangen. Bei roten und weißen Johannisbeeren kann man zusätzlich die Seitentriebe der stehen gebliebenen Ruten auf zwei bis drei Augen einkürzen, um den Fruchtansatz zu bündeln. Bei schwarzen Johannisbeeren ist das weniger sinnvoll, weil sie vor allem an den einjährigen Trieben tragen und stärker auf den Bodenschnitt angewiesen sind.
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