Radikaler Rückschnitt, der viele Gehölze ruiniert
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Typische Fehler: das Abreißen ganzer Ranken mit der Hand, der Einsatz von Hochdruckreinigern auf befallenem Putz, das Überstreichen von Haftwurzeln mit Farbe ohne vorherige Entfernung. Auch das Abschneiden auf Kniehöhe ohne Nachkontrolle rächt sich – der Efeu treibt aus dem verholzten Stamm wieder aus, oft dichter als zuvor. Kontrollieren Sie deshalb alle sechs bis acht Wochen die Schnittstellen und zupfen neue Triebe früh ab, solange sie noch krautig sind.
Wo der Schnitt zu tief oder zu flach ansetzt Der Schnitt erfolgt etwa fünf Millimeter über einem nach außen zeigenden Auge, leicht schräg, mit der Schnittfläche vom Auge weg. Zu flach angesetzt bleibt Wasser auf der Fläche stehen. Zu tief angesetzt trocknet das Auge aus. Ein häufiger Fehler ist der Schnitt ins alte Holz, weit unterhalb der gewünschten Höhe: Die Rose treibt dann zwar aus, aber schwach und spät. Bei Beetrosen genügen drei bis fünf kräftige Triebe, die auf 15 bis 20 Zentimeter eingekürzt werden. Strauchrosen und Kletterrosen brauchen mehr Substanz und werden nur ausgelichtet, nicht radikal zurückgenommen.
Wann der Stammdurchmesser zum Problem wi
Vor dem ersten Schnitt lässt sich der Zustand des Gehölzes prüfen. Ein Kratztest mit dem Fingernagel an der Rinde zeigt, ob darunter grünes Gewebe liegt. Ist das Kambium braun und trocken, ist die Pflanze bereits abgestorben und der Schnitt nutzlos. Bei mehrstämmigen Sträuchern werden zunächst alte, kranke und überkreuzte Triebe entfernt. Erst danach werden die verbleibenden Stämme auf 10 bis 20 Zentimeter eingekürzt. Ein glatter, schräger Schnitt knapp über einer Knospe oder einem Astknoten ist besser als eine gequetschte Wunde, weil das Regenwasser abläuft und keine Fäulnis entsteht.
Woran Sie den richtigen Moment konkret erkennen Prüfen Sie die Triebe vom Vorjahr: Sie sind heller und oft dünner als ältere Zweige. An ihren Enden sitzen die Blütenknospen – rundlich und fest. Im Gegensatz dazu sind Blattknospen spitz und kleiner. Wenn Sie diese Unterscheidung treffen können, schneiden Sie gezielt: Entfernen Sie nur die Spitzen der Vorjahrestriebe, etwa ein Drittel bis die Hälfte. Ein radikaler Rückschnitt bis ins alte Holz ist bei vielen Sommerblühern ein Fehler, weil er die Blüte für ein ganzes Jahr ausfallen lässt. Ausnahme: Wenn die Pflanze stark verkahlt ist, kann ein Verjüngungsschnitt nötig sein – dann aber besser direkt nach der Blüte im Sommer.
Ein häufiger Fehler ist der Radikalschnitt an Nadelgehölzen. Fichte, Tanne, Kiefer und viele Zypressen treiben aus altem Holz nicht wieder aus. Bleibt kein grüner Trieb stehen, ist der Strauch dauerhaft verloren. Ausnahme sind Eibe und Thuja, die mit etwas Glück aus schlafenden Augen am Stamm neu austreiben. Wer unsicher ist, schneidet Nadelgehölze nur leicht zurück und entfernt höchstens ein Drittel der grünen Triebe. Bei Laubgehölzen gilt: Ein Rückschnitt ins alte Holz ist bei den genannten Arten meist unproblematisch, bei Obstbäumen dagegen riskant. Apfel, Birne, Kirsche und Pflaume verzeihen einen Radikalschnitt nicht und bilden danach oft nur Wasserschosse.
Nach dem Schnitt folgt der Austrieb innerhalb weniger Wochen. Jetzt zeigt sich, ob der Zeitpunkt gestimmt hat: Kräftige, dunkelgrüne Triebe aus der Basis sind das Signal, dass die Pflanze den Eingriff verkraftet hat. Bleiben die Augen dagegen stehen oder treiben nur schwach, war der Schnitt zu früh, zu spät oder zu tief. Beim nächsten Jahr lohnt es sich, wieder auf die Forsythie zu warten statt auf ein festes Datum.
So dosiert ihr den Ertrag ohne Ertragsverlust Rechnet vor dem Schnitt den angepeilten Ertrag in Augen um. Ein fruchtbares Auge bringt je nach Sorte und Jahr zwischen 100 und 200 Gramm Trauben. Wollt ihr pro Stock zwei Kilogramm ernten, braucht ihr also zehn bis zwanzig gute Augen. Diese Zahl verteilt ihr auf kräftige Ruten, nicht auf schwache. Zählt die Augen erst nach dem Schnitt, nicht davor. So seht ihr direkt, was stehen geblieben ist, und könnt korrigieren, bevor der Stock austreibt.
Diese Gehölze treiben zuverlässig wieder aus Robust gegen den Radikalschnitt sind vor allem Sträucher, die von Natur aus aus dem Wurzelstock neu austreiben. Dazu gehören Haselnuss, Kornelkirsche, Hartriegel, Weide, Http://Ossenberg.Ch Holunder, Liguster, Forsythie, Deutzie, Spierstrauch und Sanddorn. Auch Feldahorn, Hainbuche und Sommerflieder verzeihen den Eingriff. Bei diesen Arten schläft ein Teil der Knospen am unteren Stammbereich oder an der Wurzel und bricht nach dem Schnitt kräftig aus. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Der Schnitt erfolgt im Spätwinter, zwischen Ende Februar und Mitte März, bevor die Knospen anschwellen. Ein Schnitt im Herbst ist ein Fehler, weil die Schnittstellen über den Winter nicht heilen.
Der Radikalschnitt ist kein Werkzeug für jeden Strauch. Er funktioniert nur bei Arten mit schlafenden Augen und nur zum richtigen Zeitpunkt. Wer diese beiden Punkte beachtet, kann einen überalterten Bestand in kurzer Zeit verjüngen. Wer sie ignoriert, verliert das Gehölz endgültig.
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